Das Schnöllen...

Das so genannte „Schnöllen“ ist ein alter Brauch, welcher ausschließlich hier im Passeiertal anzutreffen ist und vergleichbar mit einem Junggesellenabschied ist. In der vorletzten Woche vor der Hochzeit besuchen allabendlich Freunde und Bekannte die Braut und den Bräutigam in deren jeweiligem zu Hause und machen durch das Knallen der „Goasln“ (Peitschen) weitum auf sich aufmerksam. Es werden aber auch verschiedene andere Gegenstände, wie z. B. Kuhglocken verwendet, um ein wenig Krach zu machen. Der Brauch dient zum Gratulieren und Überbringen der Glückwünsche.
Willkommen geheißen werden die Ankömmlinge mit einem guten Begrüßungsschnaps, anschließend wird bei einem zünftigen Essen gemütlich gefeiert. Bevorzugt wird zu Beginn ein großer Topf Nudelsuppe mit Rindfleisch serviert, aus welchem alle Gäste gemeinsam mit ihrem Löffel essen. Anschließend werden Speck, Wurst, Käse, Wein und Bier aufgetischt. Wichtig ist, dass Braut und Bräutigam selbst die Bewirtung vornehmen und nicht schlafen gehen, bevor der letzte „Schnöller“ das Haus verlassen hat, also nicht selten erst in den frühen Morgenstunden.
Bis zum Samstag vor der Hochzeit um 0.00 kann der Brauch des „Schnöllens“ ausgeübt werden, danach sollen die Brautleute wieder Zeit für ein wenig Ruhe und für die Vorbereitung auf das Großereignis haben.